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🔥 Spartipps · 5 Min Lesezeit

Heizkosten senken – Gasverbrauch clever reduzieren

Heizen ist der größte Posten der Energiekosten – und gleichzeitig der mit dem größten Sparpotenzial. 12 Maßnahmen, von sofort und kostenlos bis mittelfristig.

In einem typischen Haushalt entfällt der größte Teil der Energiekosten nicht auf Licht oder Geräte, sondern aufs Heizen. Das ist die gute Nachricht: Wo am meisten verbraucht wird, wirkt jede Verbesserung am stärksten. Bei einem Gasverbrauch von rund 15.000 kWh im Jahr bedeuten schon 10 % Einsparung grob 150 € – ohne dass jemand frieren muss.

Die folgenden 12 Maßnahmen sind nach Aufwand sortiert: Die ersten fünf kosten nichts und wirken sofort, die nächsten vier erfordern kleine Anschaffungen, die letzten drei lohnen sich vor allem für Eigentümer und mittelfristig.

Sofort wirksam und kostenlos

1. Raumtemperatur um 1 Grad senken. Jedes Grad weniger spart rund 6 % Heizenergie – die wirkungsvollste Einzelmaßnahme überhaupt. Als Orientierung gelten 20 °C im Wohnraum und 16-17 °C im Schlafzimmer. Halten Sie Türen zu kühleren Räumen geschlossen, damit warme, feuchte Luft nicht abwandert und dort kondensiert.

2. Nachtabsenkung statt komplett abschalten. Nachts und bei längerer Abwesenheit 2-3 Grad absenken ist sinnvoll, die Heizung ganz auszuschalten dagegen meist nicht: Ausgekühlte Wände und Möbel wieder aufzuheizen kostet mehr Energie, als die Absenkung eingespart hat. Unter 16 °C sollte es in bewohnten Räumen ohnehin nicht fallen – sonst droht Schimmel.

3. Stoßlüften statt Dauerkippen. Drei- bis viermal täglich für 5-10 Minuten alle Fenster weit öffnen, am besten mit Durchzug, und die Thermostate währenddessen herunterdrehen. Ein dauerhaft gekipptes Fenster tauscht die Luft kaum, kühlt aber Wände und Fensterlaibungen dauerhaft aus – teuer und ein Schimmelrisiko.

4. Heizkörper freihalten. Sofas, lange Vorhänge oder Verkleidungen vor dem Heizkörper bremsen die Wärmeabgabe spürbar. Auch Staub zwischen den Lamellen wirkt wie eine Dämmschicht – einmal pro Heizsaison reinigen genügt.

5. Rollläden und Vorhänge nachts schließen. Fenster sind die schwächste Stelle der Gebäudehülle. Geschlossene Rollläden und zugezogene Vorhänge schaffen eine ruhende Luftschicht und reduzieren den Wärmeverlust über Nacht – ohne einen Cent Investition.

Kleine Investition, große Wirkung

6. Programmierbare Thermostate. Elektronische oder smarte Thermostatköpfe kosten je nach Modell typischerweise zwischen 20 und 60 € pro Heizkörper und heizen nur dann, wenn jemand zu Hause ist. Sie amortisieren sich oft schon innerhalb einer Heizsaison, weil sie das erledigen, was man von Hand regelmäßig vergisst.

7. Heizkörper entlüften. Gluckert es im Heizkörper oder wird er oben kalt und unten warm, sitzt Luft im System. Entlüften dauert pro Heizkörper wenige Minuten, braucht nur einen Vierkantschlüssel und ein Gefäß – und stellt die volle Heizleistung wieder her. Danach den Anlagendruck kontrollieren und bei Bedarf Wasser nachfüllen.

8. Rohre und Heizungsnische dämmen. Ungedämmte Heizungsrohre im Keller oder in unbeheizten Fluren geben Wärme dorthin ab, wo sie niemand braucht. Dämmschalen sind günstig und lassen sich selbst anbringen. Ebenso lohnt eine dünne Dämmmatte in der Nische hinter dem Heizkörper, wo die Außenwand oft besonders dünn ist.

9. Fenster und Türen abdichten. Zugluft an Fensterfalzen und Wohnungstüren erkennt man am flackernden Kerzenlicht oder mit der Handrückenprobe. Selbstklebendes Dichtungsband und Zugluftstopper für die Türunterkante kosten wenige Euro und wirken sofort.

Für Eigentümer und mittelfristig

10. Hydraulischer Abgleich. Ohne Abgleich bekommen Heizkörper nahe der Therme zu viel Heizwasser, weiter entfernte zu wenig – man dreht die Anlage insgesamt höher, um den kältesten Raum warm zu bekommen. Beim hydraulischen Abgleich stellt der Fachbetrieb die Durchflussmengen passend zum Wärmebedarf jedes Raums ein. Der Aufwand rechnet sich meist über mehrere Heizperioden, und für die Maßnahme gibt es je nach aktueller Förderlage Zuschüsse.

11. Vorlauftemperatur und Heizkurve fachlich einstellen lassen. Viele Heizungen laufen jahrelang mit den Werksvorgaben und damit deutlich zu heiß. Eine niedrigere, an das Gebäude angepasste Heizkurve senkt den Verbrauch, ohne dass es kühler wird – vorausgesetzt, sie wird fachlich eingestellt und über eine kalte Woche kontrolliert. Auch Pumpenstufe und Absenkzeiten gehören dabei auf den Prüfstand.

12. Gastarif wechseln. Alle bisherigen Punkte senken die verbrauchten Kilowattstunden – der Tarif senkt den Preis pro Kilowattstunde. Beide Hebel wirken multiplikativ, und der Wechsel ist der schnellste davon: Grundversorgungstarife liegen typischerweise spürbar über den günstigsten Angeboten am Markt. Einen aktuellen Überblick gibt unser Gasanbieter-Vergleich 2026.

Fazit

Gehen Sie der Reihe nach vor: erst die kostenlosen Maßnahmen umsetzen – Temperatur, Lüftungsverhalten, freie Heizkörper, Rollläden – und den Gaszählerstand über ein paar Wochen notieren. Dann die kleinen Investitionen nachziehen und größere Eingriffe wie den hydraulischen Abgleich einplanen. Parallel dazu sollten Sie in jedem Fall den Tarif prüfen, denn das ist die einzige Maßnahme, die sofort wirkt und keinerlei Verhaltensänderung verlangt. Im Tarifrechner sehen Sie in wenigen Minuten, was Ihr Gasverbrauch bei einem anderen Anbieter kosten würde.

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